24.3.11

Rogers Pass


Rogers Pass stellte für die Menschheit über lange Jahre hinweg nichts als ein Hindernis dar. Von den ersten Siedlern auf der Reise gen Westen über die transkontinentale Eisenbahn zu Ende des neunzehnten Jahrhunderts bis hin zu den Autofahrern heute - für alle ist Rogers Pass im Winter ein Albtraum.

Bei Freeridern hingegen gilt Rogers Pass auch als Mekka des Skitourens. Während man Ende März in den meisten niedrigeren Skigebieten nur noch sulzigen Schneematsch antrifft, versprechen die vergletscherten Höhen um Rogers Pass noch unberührten Tiefschnee. Daher beschlossen wir gemeinsam mit den beiden Schweden Daniel und Daniel, den Legenden um Rogers Pass auf einer zweitägigen Tour mit Übernachtung in der Asulkan Cabin auf den Zahn zu fühlen.

Mit anderthalb Stunden Verspätung - die Herren Skandinavier hatten verschlafen - holten uns die Schweden am Mittwochmorgen ab und wir machten uns auf dem Weg zu Rogers Pass. Am Parkplatz angekommen stellte sich schnell heraus, dass unsere Vorstellungen bezüglich Übernachtung in einer einfachen Hütte auf dem Gletscher grundverschieden waren - während Fabi und ich unsere Rucksäcke mit Proviant, warmer Kleidung und Decken vollgestopft hatten, setzten die beiden Daniels auf die gewichtsoptimierte Variante und verzichteten komplett auf derlei Luxus.


Dreieinhalb Stunden und sieben Kilometer später bereuten wir unsere Entscheidung zutiefst. Müde Beine, müde Schultern, müder Rücken. Hätten wir doch auf das ganze Geraffel verzichtet, das wie ein Sack Steine auf unseren Schultern lastete... Schlussendlich erreichten wir dennoch glücklich, aber erschöpft die winzige Asulkan Cabin am Fuße des Asulkan Gletschers.



Den Tag wollten wir jedoch nicht alleine mit Aufsteigen beschließen - wir waren schließlich des Skifahrens und nicht des Bergsteigens wegen an den Rogers Pass gereist. Daher machten wir uns eine gute Stunde später wieder auf den Weg in Richtung Gletscher.
Aufgrund der beschränkten Sicht und der damit verbundenen Gefahr durch Gletscherspalten brachen wir unsere ersten Erkundungen jedoch weniger später ab und beschlossen stattdessen, im einsetzenden Schneegestöber das sogenannte Tree Triangle - ein lose bewaldetes dreieckförmiges Waldstück unterhalb der Hütte - unsicher zu machen.



Nach insgesamt 1600 Höhenmetern beschlossen schlussendlich aber auch Fabi und ich, die Segel zu streichen - der große und der kleine Daniel hatten uns schon früher in Richtung Hütte verlassen. Nach einem riesigen Topf "leckerer" Spaghetti mit Tomatensauce auf Pulverbasis und ein paar Runden Kartenspielen fielen wir dann todmüde ins Bett.

Während Fabi und ich in trockener Kleidung unter unseren warmen Decken tief schlummerten, rächte sich die leichte Gepäckwahl für die beiden Schweden bitterlich. Während der kleine Daniel nach und nach seine kompletten Skiklamotten anzog - inklusive der Innenschuhe seiner Skistiefel - stand der große Daniel mehrfach auf, um nach unten zu klettern und sich vor dem Gasofen aufzuwärmen. Wahrlich keine gemütliche Nacht für die beiden...

Gestärkt von original schwedischem Porridge (Haferbrei) zum Frühstück machten wir uns am folgenden Morgen auf den Weg zu Youngs Peak, dem höchsten Berg oberhalb des Gletschers. Die trübe Sicht vom Vortag wie weggewischt erwartete uns strahlender Sonnenschein - perfekte Voraussetzungen für einen perfekten Tag.
Kurz vor Youngs Peak trafen wir auf eine Tourengruppe, die unter Anleitung eines Bergführers versuchten, den letzten steilen Abschnitt zum Gipfel zu erklimmen. Während wir mit Abfellen beschäftigt waren - wegen möglicher Gletscherspalten und der Lawinengefahr hatten wir beschlossen, nicht ganz bis Youngs Peak vorzustoßen - riss die Schneedecke oberhalb der Gruppe plötzlich und die ausgelöste Lawine spülte die Ausrüstung einiger Tourer mit nach unten. Glück, dass "nur" die relativ dünne, windverfrachtete Neuschneemenge im Hang lag und deshalb alle mit dem Schrecken davon kamen...


Unter uns breitete sich das Tal aus; Gletscher und weiße Berggipfel so weit das Auge reicht. Links unten im Bild, kurz unter der Schattenkante, ist ganz klein die Asulkan Cabin zu sehen.


Vor uns lagen die Seven Steps of Paradise - die sieben Stufen des Paradises, eine der bekanntesten und dem Hörensagen nach besten Freeridelines in ganz Kanada. Bilder sagen mehr als tausend Worte...



Einfach episch.





Nach surrealen 1200 Höhenmeter aus sanften Wellen weißen Goldes erreichten wir den Talgrund - totally stoked...


Nachdem wir die "dunkle Seite" von Rogers Pass als Autofahrer bereits kennen gelernt hatten, zeigte sich Rogers Pass dieses Mal von seiner besten Seite. Eine der beeindruckendsten Lines unseres Trips bisher, wenn auch mit stundenlangen Aufstiegen über insgesamt 2800 Höhenmeter im Schweiße unseres Angesichts teuer erkauft.

Wenn sich die Lawinen an Rogers Pass nächste Woche zurückhalten und wir pünktlich zu unseren jeweiligen Flügen nach Calgary kommen, sind wir mit Rogers Pass wieder versöhnt. Wehe, wenn nicht...

J

21.3.11

Neuer Tag, neue Line....

Nordosthang, noch fluffiger Powder, moderate Steilheit.....schön oder?

20.3.11

Brown Shorts...

Braune Unterhosen... (Name der steilsten Rinne im Revelstoker Skigebiet)

...nothing else needs to be said. Just look and shit your pants.
...mehr gibt es nicht zu sagen. Einfach anschauen und sich dabei in die Hosen machen.


   

 

Well, enough braggin' for today...
So, genug Angeberei für heute...
 
...mhh ok stop, just one more time.
...mhh ok stopp, einmal noch.



 Havin' a beer in the sun on the porch after rippin' a sick shoot....Revy is the place to be!
Ein kühles Bier auf der Veranda genießen, nachdem man eine üble Rinne heruntergefetzt ist... In Revy sollte man sein!


19.3.11

Our Playground

So sieht unser Spielplatz aus Leute. Neidisch? Solltest du sein.

North Bowl Area@Revelstoke Mountain Resort lässt jegliches Freerider Herz höher schlagen. Auf unserem Spielplatz gibt es: Pillowlines, steile Shoots, sicke Shoots, tödliche Shoots, geile Lines, super Treeruns, Cliffs von 2m-20m (wems gefällt auch mehr)


 
Alles blau verzeichnete haben wir schon zig-fach befahren und erkundet. Außerdem ist es vom Lift mit nur kurzen Hikes bis max. 20 min zu erreichen. Gracias Ridge wartet Tage nach dem letzten Schneefall noch mit Traum Bedigungen auf, da man um die guten Sachen zu erreichen mindestens 3 mal hiken muss.

Die roten Lines sind ein bissel speziell und gehören eher in die Kategorie Shoots. Sie sind auch nur über einen Hike Richtung Mt. Mackenzie oder mit Tourenausrüstung von weiter unten zu erreichen. Für das Fahren der Shoots müssen Schnee-, Wetter- und Lawinenbedingungen passen, was leider eher selten der Fall ist.


Heute haben wir die Liste offener Runs etwas verkleinert und sind 3 der Shoots gefahren. Auch wenn keiner von uns Geburtstag hatte den Birthday Shoot, den XYZ Shoot und den Highway Shoot.

 
Fabi@top of Birthday Shoot

 Jona in Birthday Shoot...wuuuhu steil!

    
 XYZ Shoot

 Fabi@Highway Shoot

Das Freeksi World Tour Face wär noch was, ist aber ziemlich schwierig zu erreichen und auch Lawinentechnisch nicht soo der Hit. Nicht umsonst wurden die Contestteilnehmer mit dem Heli hochgeflogen.Vor Brown Shorts, dem steilsten aller Shoots, scheißen wir uns wirklich in die Hoße. Der ist uns vielleicht a bissel zu steil und "Falling" is mal wieder "not an option", weil unten einige Cliffs auf einen warten. Wir werden sehen. Door 4 dagegen könnte mal noch drin sein, wenn die Wechten nur mitspielen. Die sind inzwischen überall am Bergrücken auf eine beachtliche Größe angewachsen.


Und is die Landung mal wieder zu flach? Na dann endet man eben soooo:

14.3.11

Verkehrte Welt

Powder von Wochenendskifahrerhorden zerpflügt, im Tal regnets, schlechte Sicht, Lawinenwarnstufe 4, Ausflüge ins Backcountry also gestrichten....Motivation null.

Was tun? Na ab in den Schnee.

Einfach mal die Gerätschaften tauschen und auf zum "Magic Carpet" dem Anfängertransportband in Revelstoke. Länge = 100m, Steilheit 1°
Genau richtig um möglichst viel Spaß zu haben. Je unsteiler desto geiler. Wissen wir doch alle.


Klar, Boarder sitzen eh immer nur auf der Piste rum und rutschen den Schnee weg.

Morgens haben wir wie ihr seht unsere Ski- bzw. Board Skills am Kinderhang von 0 auf 100 verbessert.
Zum fast ersten Mal haben wir dann auch im Bergrestaurant Mittagspause gemacht um uns von den Anstrengungen zu erholen.
Nachmittags war uns dann das Transportband zu langweilig und wir sind mit der Gondel hoch.....und der Spaß ging erst richtig los.
Die ersten 100 m weg von der Gondel hat Fabi den kompletten Ziehweg gebraucht um überhaupt klarzukommen und hat allen den Weg versperrt, typisch Skifahrer eben. Jona ist gemäß Boarderstyle einfach auf der Backside schön runtergerutscht. Der erste steile Teil der Piste stand uns dann bevor und es war eine echte Herausforderung im Vergleich zum East-Face oder 15m Cliff-Drops Hardcore!
Mindestens 5 Minuten hat Fabi für 2 Schwünge gebraucht und hat ständig rumgejammert das er da nie runterkommt. Jona ist natürlich gemäß Boarderstyle einfach auf dem A**** runter.

Ja die ersten Meter auf den konstant steilen Revelstoker Pisten waren zugegebenermaßen etwas zäh.
Beim zweiten Mal hat das aber alles schon viel besser geklappt und Fabi konnte ein paar Parallelschwünge in den Slushy Schnee setzen.


 

Jona saß oder lag mal wieder nuuuur auf der Piste rum. Und Fabi konnte ein paar super profesionelle GoPro Aufnahmen von seinen Runs machen.

Zusammenfassend ein sehr spaßiger Tag mit einigen neuen Erkenntnissen:

Jona wird jetzt Boarder weil man also Boarder so bequeme Schuhe hat, immer nur sein Board und nicht 2 Stöcke und 2 Ski tragen muss und weil Boarden einfach geil ist.

Fabi wird jetzt Skifahrer weil man auf Ziehwegen nieee stecken bleibt, man "best skier on the mountain" sein kann und weil Skifahren einfach geil ist.

In diesem Sinne. Morgen schneits wieder und das Leben in Revelstoke wird dann sicher wieder in gewohnten Bahnen verlaufen.

8.3.11

Mackenzie East Face

Die Grenze zwischen richtig geilen und unfahrbaren, potentiell tödlichen Freeride Lines ist in Revelstoke - wie überall sonst auch - fließend. Zum einen sind viele Lines technisch anspruchsvoll; Stürzen ist aufgrund der Steilheit und darunter gelegenen Cliffbändern schlichtweg keine Option. Zum anderen ist die Lawinengefahr in diesen Bereichen aufgrund von Steilheit und überragender Wechten fast immer extrem hoch.

Das alles heißt allerdings nicht, dass diese Freeride Lines grundsätzlich unmöglich sind; es müssen aber einige Faktoren zusammenkommen, damit das Ganze nicht zum russischen Roulette wird.
1. Umfassende Sicherheitsausrüstung.
2. Ausgezeichnete körperliche Verfassung und sicke Skills (gutes Fahrkönnen).
3. Guter, griffiger Schnee; weder abgerutscht noch eisig noch harte Lawinenbrocken.
4. Schneedecke gut verfestigt und Lawinengefahr gering.
5. Gute Sicht.
6. Ein Guide, der genau weiß, wo es hingeht - denn von oben sieht eine Line oftmals ganz anders aus als von unten.

***

Als wir vor ein paar Tagen mit einigen anderen Skibums im Revelstoker Schimmbad im Hot Tub saßen und die bereits im vorangehenden Post erwähnten steilen Couloirs wie Door 4 und Brown Shorts diskutierten, erzählte uns Gene - ein amerikanischer Boarder von der Westküste - dass es in Revelstoke eine noch extremere, aber fahrbare Line gibt - das Mt. Mackenzie East Face. Wegen der Steilheit und der damit verbundenen Lawinengefahr sei das Face allerdings an nur sehr wenigen Tagen im Jahr fahrbar.

Als wir gestern also unterhalb des Gipfels von Mt. Mackenzie standen und erstmals einen Blick auf das vom Skigebiet aus verdeckte, unglaublich steile East Face erhaschen konnten, meinten wir unisono "Never ever!" - "Niemals!".

Heute morgen aber kam prompt eine SMS von Gene:
"Today, East Face, are you in?" - "Heute, East Face, seid ihr dabei?".

Schneller Faktencheck:
1. LVS, Schaufel, Sonde, Lawinenrucksack, Walkie Talkies. Unsere Sicherheitsausrüstung ist so umfassend wie nur möglich und in perfektem Zustand. Check.
2. Fitter den je und zwei Monate 'Übungsfahrten' hinter uns. Check.
3. Guter, griffiger Schnee. Check.
4. Lawinenwarnstufe 2 und alle kritischen Stellen nur in südlicher Ausrichtung. Check.
5. Ein paar Wolken, aber ansonsten strahlender Sonnenschein. Check.
6. Gene als Guide. Check.

Zwei Stunden später kauerten wir also auf dem Gipfel von Mt. Mackenzie und versuchten, einen guten Blick auf die Line zu bekommen. Zumindest anschauen wollten wir uns diese einmalige Gelegenheit schon...


Wenige Minuten später standen wir - totally stoked - am Fuße des Berges; in unserem Rücken das bezwungene East Face - hier rot angedeutet unsere Line. Yeah!

J

7.3.11

Helly Hansen Big Mountain Battle - Neunter, aber fast Erster ;)

Seit heute sind endlich die ausführlichen Resultate des Helly Hansen Big Mountain Battles verfügbar. Team Weisswurst - also Fabi und ich - hat den 9. Platz im Battle von 40 Teams erreicht. Nicht schlecht...


 ...ABER: Mit etwas mehr Glück beim Auffinden der Checkpoints hätten wir alle anderen weggerockt!!!

In der Zeit, in der wir immerhin noch neunter wurden, haben wir wesentlich mehr Runs als die anderen Teams absolvieren müssen:
  • Von allen Teams haben wir die zweitmeisten Höhenmeter - 12.300 Höhenmeter statt der nötigen 8.700.
  • Außerdem haben wir dabei auch noch die drittlängste Strecke zurückgelegt - 51 km statt der nötigen 34!
  • Fast am erstaunlichsten ist, dass wir auch in Punkto Höchstgeschwindigkeit sechster wurden - 70 km/h mit ARGs* auf hügeliger Piste!!
Wer schenkt uns eine Portion Glück? Dann hätten wir alles, um die Big Mountain Battles dieser Erde zu rocken...

J

*Für diejenigen, die mit den breitesten Skiern von Armada, den  ARGs, nicht so vertraut sind... Diese Skier taugen ungefähr so gut zum Pistenfahren wie ein Geländewagen für die Formel 1.

Bluebird - Touren Tag

Heute war endlich nach langer Durstsrecke ein sonniger Tag angesagt. Lawinenwarnstufe 2. Super um mal wieder etwas aus dem Skigebiet rauszukommen und Neues zu erkunden.

Auf dem Bild aus Google Earth welches schon etwas älter ist, will ich euch mal den Berg hier näher bringen.
Die letzten Wochen und Monate haben wir den roten Bereich doch ziemlich erkundet, so dass wir uns da recht gut auskennen. Nicht täuschen lassen von dem Bild, der rote Bereich ist immens groß und beinhaltet mehrere große Bowls wie Soutbowl, North Bowl, Greely Bowl.....

Dann gibt es dan den blauen Bereich, der offiziell Cat-Ski Area ist. Vom Gebiet aus ist der hintere Bereich mit Touren Ausrüstung aber sehr einfach zu erreichen und wir waren auch schon öfters dort und sind die ein oder andere Line gefahren. Der vordere Bereich ist sogar einfach durch einen kurzen Hike für Normalos erreichbar und wird daher auch regelmäßig stark befahren. Unterhalb des blauen Bereichs gibt es den Montana Creek, in dem immer wieder ein paar Pfeiffen enden, die nicht wissen, wo sie lang fahren sollten. Die müssen dann da übernachten und mit dem Heli abgeholt werden. Anscheinend jedenfalls kein schöner Ort.

Eingezeichnte habe ich orange noch einige sicke Lines die wir gerne noch fahren würden während wir hier sind. Die meisten gehen alle vom Bergrücken des Mt. Mackenzie los und sind mehr oder weniger steil.
Zum Beispiel wäre da ein Shoot den die Locals hier "Brown Shorts" nennen. Ja, weil man sich wohl wenn man oben steht und runter schaut in die Hosen scheißt (is wohl ein bissel steil das Teil). Ein Foto kann ich leider nicht liefern, da wir noch nicht darüber gestanden sind. Der Weg dahin ist immer von doofen Felsen, steilem Scheiß und bescheurten Wechten geblockt ?!?! ;)


Wie oben erwähnt war heute Bluebird angekündigt und wir sind losgetourt (gelb) vom obersten Lift in Richtung Cat-Ski Bereich. Auf halbem Weg auf dem Bergrücken entlang haben wir einen Blick links rein in das nordöstliche Tal erhaschen können. Das sah alles ganz ansprechend aus (unverspurt, deep, steil, geil).Wir wussten, dass es theoretisch möglich ist, das Tal zu fahren und dass man am Ende am Highway rauskommen sollte. Bisher war jedoch nie eine Spur im gesamten Tal zu sehen und wir haben uns nicht getraut, das Ganze auf gut Glück auszuprobieren - wir hatten schließlich keine Lust, wie die Montana Creek Pfeiffen am Ende den Heli rufen zu müssen.
Zufällig trafen wir heute auf dem Kamm eine 3er Gruppe, die ebenfalls vorhatte, in das Tal abzufahren. Die Leute waren alle ziemlich nett und haben gemeint sie seien es auch noch nie gefahren, aber es sei gut und sie hätten ihr Auto am Ende geparkt, um zurück nach Revy zu kommen. Mh, dumm, wir natürlich nicht. Außerdem gaben Sie uns noch den Tipp nach dem ersten Teil der Abfahrt nochmal ein Stück den Berg hochzulaufen: "Da gibt es DAS perfekte Tree-Skiing".

Gesagt getan. Zuerst haben wir uns zwei nette Lines ausgeguckt um ins Tal zu kommen. Die Abfahrt (grüne Line) war nicht ganz mieß (unverspurt, deep, steil, geil)...


...und schon waren wir mitten in unserer Endeckungstour.


Am Talboden angekommen sind wir dann dem Tipp gefolgt und nochmal 2 h mit Fellen an den Brettern hochgelaufen (gelb). Auf dem Weg nach oben haben wir wieder die 3er Gruppe getroffen, die anboten, uns vom Parkplatz aus immerhin bis zum Highway mitzunehmen. Das würde uns immerhin 4 km Laufen ersparen und vom Highway aus könnten wir ja dann stoppen.

Das Treeskiing (grün) war wieder nicht ganz schlecht (unverspurt, deep, steil, geil)...





 ...und so sind wir nach einer schönen Abfahrt am Talboden angekommen, der wie erwartet aus einem Bach (schwarz) bestand. Nun im Bach gab es schon überraschend viel Wasser. Keiner wollte ein unfreiwilliges Bad nehmen (obwohl es einige Male knapp war) und so hat uns die zwar schöne, aber anstrengende Fahrt durch den Bach geschlagene 2 h gekostet.

 
Fix und alle sind wir am Ende des Baches angekommen und konnten noch ein paar km eine gesperrte Straße nach unten fahren.
Am Parkplatz war allerdings nichts mehr zu sehen von den anderen. Tja, also sind wir mal losgelaufen in Richtung Highway, sollten ja nur 4 km sein.

Plötzlich taucht nach der Häfte der Strecke mitten im gottverdammten Nirgendwo ein Pickup auf. Jo, und drin sitzt einer der 3er Gruppe und will uns abholen!! Er meinte er habe die zwei anderen in Revelstoke abgeliefert und wollte jetzt mal noch nach uns schauen ob wirs auch geschafft hätten. Wow, er ist einfach die 10 km von Revelstoke wieder zurück gefahren um nach uns zu schauen, uns da abzuholen und uns dann direkt nach Hause vor die Tür zu fahren. Ey, die Leute hier sind unglaublich!! Einfach suuuuper freundlich.
Ein genialer Tag. Super stoked.

5.3.11

Revelstoke gets the f***in' snow!!!

Bis heute hat es die letzten 6 Tage 84 cm geschneit. Ein Ende ist bisher nicht in Sicht. Absolut der Hammer was hier los ist. Gestern hatten wir real real Champagne Powder, der einem nur so um die Ohren fliegt wenn man durchfährt.(Wir wissen jetzt wovon die hier immer reden, und was es in Europa nicht gibt.)
Und heute morgen lagen wieder neue 15 cm vor der Haustür.

Wir sind soooo froh und totally stoked in Revelstoke gelandet zu sein! Und jeden Tag freuen wir uns ein bischen mehr. Das kann man in den paar folgenden Sequenzen hoffentlich erkennen.






Daniel, ein schwedischer Ski-Bum Kollege meinte gestern:

"Home in Sweden i´m praying for the snowgod, here i just want it to stop snowing so i can have a day off from skiing!!!"

Haha das ist genau was wir diese Woche auch schon im Kopf hatten. Unsere Oberschenkel machen langsam wirklich schlapp, und nix geht mehr ;)




Jedem morgen um 6:30 aus dem Fenster schauen: Oh, Schnee! Laptop an und nochmal den Schneegartenzwerg am Berg checken: Oh, mehr Schnee! Ohh nein schon wieder 15 cm....ich will endlich meeehr Ruhe für meine Muskeln.Und so ergeht es hier zur Zeit jedem denn man frägt.
Aber egal, ein Powder Tag wird natürlich nicht ausgelassen. Also aufgestanden, dass man um 7:30 brav im Lineup (Liftschlange) stehen kann. Ganz vorne natürlich mit unserem neeuen Lawinenrucksack von Lawinenrucksack Test .


 
Heute am Samstag haben wir dann auch noch am Helley Hansen Big Mountain Battle teilgenommen.
Das ganze war eine Art große Schnitzeljagt quer über den ganzen Berg, mit verschiedenen Checkpoints, Hikes und Runs die man erfüllen musste. Alles live mit GPS getracked. Man hatte 3 h Zeit das ganze im 2er Team zu erfüllen. Es waren 2-3 recht harte Hikes dabei, bei denen wir wirklich alles gegeben haben um da die ein oder 2 Minuten gegenüber den Konkurrenten zu gewinnen, und haben so ziemlich alles was geht bei 15 cm Pow gestraight-lined (Schuss runter). Das war zwar echte Verschwendung, aber musste leider sein. Dummerweise waren die Checkpoints ziemlich fieß im Wald versteckt, so dass wir nicht alles immer gleich beim ersten Versuch gefunden haben, und 2 Runs zusätzlich machen mussten. Das hat uns dann die zuvor mühevoll erarbeitetet Minuten wieder gekostet. Tja, Ausrüstung im Wert von 2000 $ gewonnen haben wohl welche die wirklich nicht schnell waren, aber eben viel Glück hatten beim Suchen im Wald. Endergebnisse gibts erst am Montag. Immerhin gabs noch eine Verlosung unter allen Teilnehmern und wir sind jetzt um je eine Skiunterwäsche, 2 Snowboard-/Ski-Tools und ein Snowboardschloss reicher. Ach, ja und ein hammer Damen-Täschchen für Jona gabs auch noch ;)

Unsere malträtierten Oberschenkel haben wir gerade noch im Hot-Tub für arme, dem öffentlichen Schwimmbad in Revelstoke, etwas erholt.
Ab jetzt wird nuuuuur noch gechillt. Naja, bis morgen früh 6:30 mindestens!